Gymnasialbibliotheken und -archive

Verzeichniss der naturhistorischen Sammlungen im Herzogl. Gymnasium zu Coburg

Verzeichniss der naturhistorischen Sammlungen im Herzogl. Gymnasium zu Coburg. Landesbibliothek Coburg, Sign. Ms Cas 106. Titelblatt

Die Landesbibliothek Coburg hat digitalisiert:

Verzeichniss der naturhistorischen Sammlungen im Herzogl. Gymnasium zu Coburg, 1818 erstellt von Johann Christoph Matthias Reinecke.

Link zum Digitalisat

Das handschriftliche Verzeichnis1  stammt aus der Bibliothek des Casimirianums in Coburg, die sich seit 1953   in der dortigen Landesbibliothek befindet. 2 Reinecke (1768 – 1818), Gelehrter und Kartograph, war ab 1808 Direktor des Gymnasiums.

Tiere (Digitalisat 13)

Die auf fast 400 Seiten im Folioformat engmaschig aufgelisteten Anschauungsmaterialien für die Naturkunde  umfassen Objekte zu den Tieren,  den Pflanzen, zu Mineralien, dazu auch Versteinerungen. Das weiße Fell eines Maulwurfs (digit.13, 77) konnte dem staunenden Nachwuchs ebenso gezeigt werden wie der Panzer eines Gürteltiers (digit. 13, 76). Mergel kommt gleich in zahlreichen Varianten vor, gelistet auf zwei Seiten (digit 364/365).  Zahlreiche Abdrücke. häufig nur in Fragmenten, repräsentieren die Urzeiten, wie zum Beispiel das „Fragment eines Abdrucks in Flötzkalk, mit blauen Schuppen-Resten” (digit.  380, 5)

Die Naturkunde gehörte seit dem ausgehenden Barock zum festen Kanon des Unterrichts in den akademischen Gymnasien und diente im Zuge der Aufklärung und der enzyklopädischen Erfassung der Welt sowohl der Lehre als auch der Fortbildung der Professoren. Bilder – in der Regel Drucke – waren rar und teuer; anschaulich wurde die Welt dennoch in den Sammlungen zahlreicher sowohl exotischer Objekte  als auch solcher der unmittelbaren Umgebung. Da diese Sammlungen heute kaum erhalten sind, geben Listen wie diese einen wertvollen Einblick in die Forschung und die Lehre seit der Frühen Neuzeit.

Anmerkungen
  1. Mit Dank an Klaus Graf für den Hinweis auf dieses Verzeichnis
  2. Fabian Handbuch der historischen Buchbestände: [Coburg] Landesbibliothek, 1.11

„Schul-Schätzchen fürs Stadtarchiv“

RP online berichtet unter oben genanntem Titel am 20. Januar 2018 aus Krefeld:

Das Gymnasium am Moltkeplatz hat seine schulhistorisch wertvollen Unterlagen ans Stadtarchiv übergeben. Die Sammlung umfasst 2641 Verzeichnungseinheiten und ist in über 100 Kartons gelagert – eine Länge von 34 Metern. […]

Gefunden bei Archivalia: Das Gymnasium am Moltkeplatz hat seine schulhistorisch wertvollen Unterlagen ans Stadtarchiv Krefeld übergeben

„Schulprogramme aus Stralsund“

Unter dem oben genannten Titel berichtet Blog Pommerscher Greif e.V.:

(Bei: Blog Pommerscher Greif e.V.)

Etliche Schulprogramme aus Stralsunder Gymnasien, Realschulen, Oberschulen etc. aus den Jahren 1825 bis 1938 wurden in letzter Zeit bei der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung hochgeladen. Es existieren viele verschiedene Titel, daher findet man die Programme, die viele Angaben zu Lehrer und Schülern enthalten, am besten mit dem Begriff „Stralsund“

http://goobiweb.bbf.dipf.de/viewer/search/schulprogramme.pommern.stralsund/

(Gefunden über Archivalia)

Katalog der Historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen, Jagst

Bei Archivalia findet sich, veröffentlicht am 15. Dezember 2017,  unter oben angeführtem Titel folgende Meldung:

„Glücklicherweise ist der 1994 in Kleinstauflage veröffentlichte und entsprechend seltene Katalog der wertvollen Sammlung […] von Beatriz Wagner-Hertel nun online, denn anscheinend sind die dort enthaltenen Provenienzdaten elektronisch nicht mehr auffindbar. […]”

Link zum Digitalisat:

http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz495675636

Pennäler Mommsen

Theodor Mommsen, 1848 (Quelle)

 

Theodor Mommsen (1817-1903), 1902 erster deutscher Träger des Literaturnobelpreises, wurde gestern verschiedentlich bejubelt: Man feierte 200 Jahre seines Geburtstags, er wurde an einem 30. November  geboren in Garding im Herzogtum Schleswig.

Wie andere Jungs musste er zur Schule.  Die Matrikel des Christianeums in der damals noch holsteinischen Stadt Altona (heute ein Bezirk von Hamburg) verzeichnen ihn unter der Nummer 1014 und belegen darin den Besuch der Selecta der Anstalt von 1835 bis 1838, zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Tycho (Matrikel-Nummer 1015)

Wenn nun passend zum Jubeltage vermeldet wird, dass auf der anderen Seite des Atlantiks die Nobelpreismedaille Mommsens unter den  Versteigerungshammer kommt, dann fragt man sich, ob man  in einem Schularchiv gehütetes Handschriftliches zweier Mommsen-Pennäler nicht besser im Dunkeln beließe.  So oder so: ob Säure- oder Dollarfraß – irgendetwas giert immer…